Mammographie: Röntgenaufnahmen der weiblichen Brust

Bei der Mammographie handelt es sich um die Röntgenaufnahme der weiblichen Brust (von lat. Mamma = Brust). Sie dient der Früherkennung und Diagnostik von Brustkrebs. Wir verwenden für die Mammographie moderne, digitale Geräte. Damit verringern wir die Strahlung während der Mammographie auf ein Minimum – und erhalten beste Bildergebnisse. Auf diese Weise können wir die meisten Veränderungen im Brustgewebe bereits sehr früh erkennen und auch den Therapieverlauf verfolgen.

Kleinsten Veränderungen auf der Spur

Besonders wichtig ist die Mammographie in der Vorsorge: Noch bevor sich ein Tumor bildet, entstehen häufig winzig kleine Kalkablagerungen in der Brust. Diese werden auf einer Mammographie-Aufnahme sichtbar. In vielen Fällen können wir solche Veränderungen darstellen, lange bevor sie zu ertasten sind. Damit helfen wir Ihnen und Ihrem Arzt, schon in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung mit einer geeigneten Therapie zu beginnen.

Vorsorge durch Mammographie hilft

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Etwa jede zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Bei einer frühen Diagnose und Behandlung können aber rund 80 Prozent der Patientinnen geheilt werden. Die wichtigste Methode, um Brustkrebs so früh wie möglich zu erkennen, ist die Mammographie. Daher gibt es in Deutschland basierend auf der Mammographie ein umfangreiches Vorsorgeprogramm.

Bundesweites Mammographie-Screening

Seit 2007 gibt es das bundesweite Mammographie-Screening für alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Ziel des Screenings ist eine flächendeckende Untersuchung, damit Brustkrebs bei möglichst vielen Frauen frühzeitig erkannt und behandelt werden kann. Die Radiologie Herne gehört zu den ausgewählten Screening-Einheiten im Bezirk Westfalen-Lippe, die die Mammographie durchführen. Am Screening-Programm dürfen nur Praxen teilnehmen, die große Erfahrung mit Mammographie-Aufnahmen haben und deren Ärzte sich speziell für dieses Programm schulen lassen. Die schriftliche Einladung zur Untersuchung bekommen Sie alle zwei Jahre von der Kassenärztlichen Vereinigung zugeschickt. Wenn Sie zur Zielgruppe gehören, aber keine Einladung bekommen haben, können Sie sich auch selbst zum Screening anmelden. Bitte beachten Sie aber, dass Sie darüber hinaus weiterhin die regelmäßigen Vorsorge-Termine bei Ihrem Frauenarzt einhalten. Die Mammographie in der Radiologie Herne kann diese nicht ersetzen.

Während der Untersuchung

Der Schutz Ihrer Daten ist bei der Mammographie selbstverständlich jederzeit gewährleistet. In der Radiologie Herne erwarten Sie speziell geschulte Mitarbeiterinnen, die die Untersuchung durchführen werden. Wie jede andere Röntgenuntersuchung stellt auch die Mammographie eine Strahlenbelastung dar. Diese ist jedoch extrem gering und beträgt nur etwa zehn Prozent der jährlichen Belastung, der jeder Mensch in Deutschland ausgesetzt ist.


Bei der Mammographie wird die Brust zwischen dem Röntgentisch und einer Plexiglasplatte leicht zusammengedrückt. Diesen Druck empfinden einige unserer Patientinnen als etwas unangenehm. Er ist aber nötig, um genaue Bilder bei der Mammographie zu erhalten und um die Strahlenbelastung während der Untersuchung auf ein Minimum zu reduzieren. Die Mammographie selbst dauert nur wenige Minuten. Zusätzlich zu den Aufnahmen tasten wir Ihre Brust und Achselhöhlen auf eventuelle Knoten und vergrößerte Lymphknoten ab.


Nach der Untersuchung findet im Rahmen des Mammographie-Screenings keine ärztliche Besprechung des Ergebnisses statt. Das weitere Verfahren sieht vor, dass Ihre Aufnahmen von zwei Radiologen begutachtet werden. Fallen diese beiden Befunde unterschiedlich aus, wird ein dritter Fachmediziner hinzugezogen. Das Ergebnis der Begutachtung wird Ihnen innerhalb von sieben Werktagen schriftlich mitgeteilt. Sind Sie gesund, so erhalten Sie keine zusätzliche Nachricht von uns. Sollte Ihr Befund jedoch eine Auffälligkeit aufweisen, werden Sie weiter von uns betreut.

 

Die Mammographie wird – unabhängig vom Lebensalter – immer dann von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt, wenn ein unklarer Tastbefund der Brust vorliegt. Sie erhalten dann vom behandelnden Hausarzt oder Gynäkologen eine Überweisung zur Mammographie. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden seit 2007 im Rahmen des Mammographie-Screenings zu einer kostenlosen Mammographie eingeladen.

Sie können sich selbstverständlich auch aus eigener Initiative zum Mammographie-Screening melden. Wenden Sie sich bitte an die Zentrale Stelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe in Münster, um einen vorgezogenen Termin zu erhalten. Die Telefonnummer der Hotline lautet 0251-929 5000. Oder informieren Sie sich direkt in der Radiologie Herne unter Telefon 02323-1472-444

Die wichtigste Frage für eine Frau vor der Mammographie lautet: „Wo finde ich einen guten Arzt?". Das Mammographie-Screening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren findet in ausgewählten, zertifizierten Praxen statt, die technisch und personell hohen Qualitätsanforderungen entsprechen. Da es bis heute kein verlässliches Gütesiegel für die Qualität der entsprechenden Einrichtungen gibt, muss sich die Patientin die erforderlichen Informationen selbst beschaffen. Wichtige Ansprechpartner sind der Gynäkologe oder der Hausarzt, die Sie über die Mammographie und die passenden Praxen informieren.


Folgende Fragen sollten Sie dem zuweisenden Arzt bzw. dem Radiologen stellen:


• Wie viele Mammographien werden in der Praxis jährlich durchgeführt?
• Werden die Mammographien in der Praxis noch durch einen weiteren Radiologen begutachtet?
• Hat sich der Arzt auf Mammographie spezialisiert? Besucht er regelmäßig Fortbildungen?
• Ist das Mammographiegerät auf einem guten technischen Stand?

Die Aussagesicherheit von Mammographie Aufnahmen hängt sehr stark von der Beschaffenheit, dem Aufbau und der Gewebedichte der Brust ab. Daneben spielen die Erfahrung und das Können des Arztes eine große Rolle. Zehn bis 20 Prozent der bösartigen Tumoren werden nicht erkannt. Außerdem erweisen sich knapp zehn Prozent der bösartigen Befunde in der folgenden Abklärungsdiagnostik als falsch.

Natürlich kann man Krebs nie mit letzter Sicherheit ausschließen. Ob man sich auf gutartige Befunde verlassen kann, hängt davon ab, welche Untersuchungen gemacht wurden und vor allem von wem. Auf die Kombination von ärztlicher Untersuchung, Mammographie und Sonographie kann man sich gut verlassen, wenn alle drei Befunde unauffällig sind.

Ab dem 40. Lebensjahr sollten Sie alle zwei Jahre eine Mammographie durchführen lassen. Unabhängig vom Alter sollten Sie alle zwei Monate eine Selbstuntersuchung nach Ihrer Periode vornehmen. Die ärztliche Untersuchung mit Sonografie empfehlen wir Ihnen jährlich.

BI-RADS ist die Abkürzung für Breast-Imaging-Reporting-and-Data-System und bezeichnet eine subjektive Einstufung des mammographischen Befundes in sechs Kategorien. Wir nehmen mit der Kategorisierung eine Abschätzung des Karzinomrisikos vor und leiten daraus das weitere Vorgehen ab. Die Systematik unterscheidet zwischen Herdbefunden, Verkalkungen, Architekturstörungen und speziellen Befunden wie zum Beispiel Asymmetrie des Drüsengewebes oder Lymphknoten in der Brust.


Im Folgenden werden die BI-RADS-Kategorien verkürzt dargestellt:


Kategorie 0: Unvollständige Diagnostik
Kategorie 1: Kein krankhafter Befund
Kategorie 2: Sicher benigner Befund (benigne = nicht-bösartig)
Kategorie 3: Wahrscheinlich benigner Befund, Kontrollen erforderlich
Kategorie 4: Unklarer, wahrscheinlich maligner Befund (maligne = bösartig)
Kategorie 5: Hochwahrscheinlich maligner Befund

Die Mammographie ist die geeignete Untersuchung für das Aufsuchen von Kalk, besonders von sogenanntem Mikrokalk als Tumorerkennungszeichen. Wenn keine starke Verhärtung des Drüsengewebes (Mastopathie) vorliegt, kann die Mammographie auch sehr gut Tumoren im Brustdrüsengewebe zeigen. Je dichter aber das Drüsengewebe wird, desto unzuverlässiger wird die Mammographie. Die Kernspintomographie wird von dem dichten Drüsengewebe erheblich weniger gestört. Sie zeigt vor allem einen ganz anderen Aspekt als die Mammographie. Während diese zeigen kann, ob ein Knoten dichter ist als das normale Gewebe, was ein Hinweis auf Bösartigkeit ist, kann die Kernspintomographie zeigen, wie ein Knoten Kontrastmittel aufnimmt und damit wertvolle Informationen über die Bösartigkeit oder Gutartigkeit eines Knotens geben. Beide Methoden erlauben die Konturenbeurteilung eines Knotens, was ebenfalls Rückschlüsse auf die Gut- oder Bösartigkeit zulässt. Hundertprozentige Sicherheit kann keine der Methoden geben, aber Mammographie und Kernspintomographie zusammen geben das höchstmögliche Maß an Sicherheit.

Wir empfehlen eine Untersuchung der Brust, wenn Sie einen Knoten oder eine Verhärtung ertastet haben, bei Schmerzen, ungewöhnlichen Hautveränderungen, Ausfluss aus der Brustwarze oder vergrößerten Lymphknoten in der Achselhöhle. Auch wenn ein erhöhtes Brustkrebsrisiko, zum Beispiel durch eine andere schon bestehende Krebserkrankung oder durch familiäre Vorbelastung, besteht, sollten Sie über eine Diagnostik nachdenken. In diesen Fällen sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ab wann und wie oft eine Mammographie durchgeführt werden soll. Da das Brustkrebsrisiko mit zunehmendem Alter steigt, empfehlen viele Mediziner auch gesunden Frauen die Mammographie als Vorsorge-Maßnahme. Für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren wird bundesweit eine kostenlose Brustkrebs-Früherkennung, das sogenannte Mammographie-Screening, durchgeführt, bei der Sie alle zwei Jahre zu einer Mammographie eingeladen werden.

Normalerweise kommen radiologische Verfahren bei einem Krankheitsverdacht zum Einsatz. Die Mammographie bildet eine Ausnahme: Sie ist das einzige Röntgenverfahren, das nach der Röntgenverordnung auch bei gesunden Menschen eingesetzt werden darf. Grund: Der diagnostische Nutzen der Früherkennung wird höher eingeschätzt als das mögliche Risiko einer Röntgenuntersuchung.


Bei der Mammographie wird die Brust im Röntgengerät etwas flachgedrückt. So erhalten wir eine optimale Abbildung der Brust mit möglichst wenig Strahlenbelastung. Das Vorgehen kann als unangenehm empfunden werden. Am besten sollte die Untersuchung unmittelbar nach der Monatsregel durchgeführt werden, da die Brust zu diesem Zeitpunkt am unempfindlichsten ist. Verletzungen der Brust sind bei der Mammographie ausgeschlossen.